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Sucht man im Internet bei Flötenbauern nach Renaissanceflöten, findet man recht verschiedene Instrumente. Als Bauvorlagen werden Instrumente aus dem Wiener Kunsthistorischen Museum, andere von Rafi/Grece aus Bologna, von Hieronymus F. Kynseker aus Nürnberg etc. verwendet. Viele Flötenbauer ändern die Vorlagen ab und bauen verbesserte Versionen. Diese Renaissance-Instrumente werden meistens nicht mit barocker Griffweise, sondern mit Renaissance-Griffen gespielt, wobei bei manchen Tönen beide Griffweisen identisch sind. Eine komplette Darstellung vieler möglicher Griffweisen findet man z.B. auf der Website von Winfried Bauer (http://www.recorder-fingerings.com/en).
Einige Flötenbauer beschreiben die Entwicklung ihrer Renaissance-Instrumente, etwa Adrian Brown und Bruno Reinhard. Bei Adrian Brown findet sich auch eine excellente Datenbasis zu den Instrumenten.
Man findet bei allen Flötenbauern Angaben über Tonhöhe und Stimmung der Flöten und auch schöne Bilder. Der Tonumfang wird jedoch meistens nicht genau beschrieben. Eine Ausnahme ist Ture Bergstrom, der den genauen Umfang seiner Flöten angibt. Das ist insofern nicht unwichtig, da Renaissanceflöten im Original häufig im oberen Bereich beschränkt sind. So geht der Alt oft nur bis zum es'' und der Sopran zum b'''. Tenor und Bass sind entsprechend bechränkt. Das dürfte mindestens ein Grund dafür sein, warum im modernen Flötenbau die historischen Originale gerne abgeändert werden.
Hat man als Amateur ein Renaissance-Instrument mit beschränktem Umfang zur Verfügung, etwa einen Sopran, der bis zum b''' spielbar ist, stellt man bald einmal fest, dass man manche Stücke nur unvollständig spielen kann. Ein h''' und ev. auch ein c''' hätte man schon gerne. Beim Alt hingegen kommt man oft mit dem es''' als oberstem Ton aus.
Das Kunsthistorische Museum Wien hat einen wunderschönen Band über seine Renaissanceflöten herausgegeben:
Die Renaissanceblöckflöten der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums. (siehe Publikationen - Museumspublikationen - Musikinstrumente) Herausgegeben von Wilfried Seipel, Kunsthistorisches Museum Wien, Wien 2006, ISBN 3-85497-081-1

Last update: 11:40 04/04 2010
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